Das macht ein Rechtsanwalt

Rechtsanwälte beraten und vertreten Mandanten in sämtlichen Rechtsangelegenheiten. Dabei geht es um die Interessenvertretung vor Gericht und um die Unterstützung bei der Rechtsfindung.

Wer zu einem Rechtsanwalt geht, der muss bei einem ersten Beratungsgespräch den Sachverhalt schildern. Das geschieht auf Basis eines Beratungs- oder Vertretungsauftrags. Danach prüfen die Juristen, ob das, was sich der Mandant wünscht und fordert, rechtlich begründet und durchsetzbar ist. Dabei werden Entscheidungssammlungen, juristische Datenbanken und Kommentare zurate gezogen.

Anwälte vertreten ihre Mandanten nicht nur vor dem Gericht. Auch bei Verhandlungen und Gesprächen mit Behörden wie dem Finanzamt oder Vertragspartnern und Privatpersonen werden Rechtsanwälte hinzugezogen. Doch auch wenn es um Vertragsgestaltung geht, sind Anwälte richtige Ansprechpartner. In dem Bereich arbeiten sie beispielsweise Kauf-, Miet-, Pacht-, Arbeits-, Gesellschafts-, Fusions-, und Lizenzverträge aus.

Eine besondere Tätigkeit von Anwälten ist die Arbeit als Mediator. In dem Fall versuchen Anwälte sich gemeinsam mit dem Kontrahenten einvernehmlich zu einigen und eine außergerichtliche Lösung zu finden. Dabei werden spezielle Gesprächs- und Vermittlungsmethoden zugrunde gelegt. Falls eine außergerichtliche Einigung nicht erzielt werden kann, geht es vors Gericht.

Die Gerichtsverhandlung wird durch ein intensives Aktenstudium vorbereitet. Dazu gehören das Einholen von Gutachten sowie das Anfertigen von Schriftsätzen. Während der eigentlichen Gerichtsverhandlung werden dann die rechtlich relevanten Tatsachen aus der Sicht der zu vertretenden Partei dargestellt. Das Ziel: Den Richter davon zu überzeugen, dem Antrag der eigenen Partei zu entsprechen.

Ein verhältnismäßig modernes Rechtsgebiet ist das Thema Internetrecht. Dabei handelt es sich nicht um ein eigenes Rechtsgebiet, sondern vielmehr um eine Schnittstelle sämtlicher Rechtsgebiete im Bereich des Internets. Dazu zählen Medienrecht, die inhaltliche Seite, und Telekommunikationsrecht, die technische Seite. Mit dem Thema Internetrecht müssen sich Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen auseinandersetzen, schließlich ist heutzutage jeder online. So muss ein Unternehmen, das im Internet unterwegs ist, sich um rechtssichere AGBs und ein vollständiges Impressum kümmern.

Wenn ein Anwalt auf einem bestimmten Rechtsgebiet über besondere Erfahrungen verfügt, hat er die Möglichkeit, von der zuständigen Rechtsanwaltskammer den Titel „Fachanwalt für“ zu erhalten. Fachanwaltstitel gibt es für die Bereiche Agrar- und Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Er- und Familienrecht, gewerblichen Rechtsschutz, Handels- und Gesellschaftsrecht, Informationstechnologie- und Insolvenzrecht, internationales Wirtschaftsrecht, Medizinrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Sozial-, Steuer-, Straf-, Transport- und Speditionsrecht, Urheber- und Medienrecht sowie Verkehrs-, Versicherungs- und Verwaltungsrecht. Diese Liste wird regelmäßig erweitert und angepasst. So gibt es zum Beispiel Diskussionen darüber, ob auch die Titel Fachanwalt für Sportrecht und Fachanwalt für Migrationsrecht eingeführt werden sollten. Wer den Titel des Fachanwalts trägt, der muss einmal im Jahr bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer beweisen, dass er sich auf seinem Themengebiet fortgebildet oder zumindest einen wissenschaftlichen Beitrag veröffentlicht hat. Rund 45.000 Fachanwälte gibt es in etwa in Deutschland. Einige davon haben allerdings Doppelt- und Dreifachzulassungen. Schätzungsweise rund 23 Prozent aller zugelassenen Rechtsanwälte in Deutschland tragen den Titel Fachanwalt.

Großen Zulauf haben derzeit nicht nur Anwälte für Internetrecht, sondern vor allem auch Steueranwälte. Denn das Thema Steuerhinterziehung füllt derzeit die Seiten der Zeitungen und je mehr Steuersünder entlarvt werden, desto mehr Angst macht sich unter allen anderen Steuersündern breit. Wer als Anwalt für Steuerrecht arbeitet, hat deswegen zurzeit jede Menge zu tun. Aber generell werden Rechtsanwälte immer gebraucht, denn irgendwo wird immer gestritten.