Urmann + Collegen Abmahnung

Zahlreiche Mahnungen von Urmann + Collegen aufgrund von Streaming von Videos auf Redtube.
Über zehntausend Internetuser haben in den vergangenen Tagen Abmahnungen mit Unterlassungserklärung von der Kanzlei Urman + Collegen (U+C) gekriegt und sollen 250 Euro an das schweizerische Unternehmen The Archive AG zahlen.
Auf dem Internet-Portal für pornografische Videos RedTube soll durch das Ansehen von den Filmen „Amanda’s Secrets“, „Dream Trip“, „Glamour Show Girls“ gegen das Recht auf den Schutz geistigen Eigentums verstoßen worden sein. Die Mahnungen wurden ermöglicht durch einen Entschluss des LG Köln, das T-Online verpflichtete, die Kundendaten von tausenden betroffenen RedTube-Besuchern bekannt zu geben.

Multiplikation kann beim Stream nicht vorausgesetzt werden.
Fragwürdig ist zunächst, ob das Ansehen eines eines Films mit pornografischen Elementen auf RedTubeüberhaupt rechtswidrig ist. Die Mahnung ist erst zu dem Zeitpunkt rechtskräftig, wenn der Internetbenutzer den Film auf der Festplatte abspeichert und dadurch kopiert. Bei dem Streaming werden die verschiedenen Sequenzen des Films nur kurzzeitg im Cache eingespeichert. Wenn die gespeicherte Szene angezeigt wird, wird der Zwischenspeicher vernichtet und überschrieben. Dass dies schon gegen Urheberrecht verstößt, wurde jedenfalls vor dem Landgericht bis jetzt noch nicht bestimmt.

Verfahren der IP-Recherche bleibt weiterhin ein Rätsel
Nicht bekannt ist bis jetzt, wie Thomas Urmann und Collegen (U+C) an die IP-Adressen der Stream-Konsumenten gelangten. Technisch ist das z. B. mithilfe des Registrierens der Anschriften durch den Betreiber von RedTube denkbar. Jener hat seinen Standort jedoch in den Vereinigten Staaten und womöglich wenig Anteilnahme an einer Untersuchung seiner Besucher.

Ungewiss bleibt im Übrigen, inwiefern Richter Serviceprovider verpflichten durften
Aufgrund eines Patzers des LG Köln konnte die Kanzlei Urmann und Collegen nun dennoch unzählige Porno-Mahnungen verschicken.
Ein Richter des Landgericht Köln erließ im Folgenden einen Gerichtsbeschluss, der die T-Online verpflichtet, die Adressen der RedTube Anwender preiszugeben. Der Kölner Richter dachte jedoch es handelt sich bei RedTube um eine Tauschbörse, bei welcher User Videos aufzeichnen und selbst zum Download anbieten. Über der Pornoseite können die Pornos allerdings lediglich im Internet gestreamt werden. Wegen dieser Unachtsamkeit gelangen U+C an zehntausende Angaben von Deutsche Telekom AG-Nutzern um eine Abmahnwelle rollen lassen zu können. Die Vorgehensweise, dass die Anwälte womöglich nicht rechtmäßig an die Anschriften der RedTube-User herangekommen sind, schadet diesen Mahnungen allerdings kein bisschen. Wie  die Angaben erfahren wurden, sie können dennoch verwendet werden.

Zusätzliche Mahnungen sind gut möglich
Entsprechend Aussage des Anwalts Urmann wäre man zuversichtlich, dass in in naher Zukunft weitere Mahnungen abgeschickt werden könnten.

Informationen über das Gerichtsverfahren zur Ermittlung der IPs schwieg Urmann in einem Interview mit dem Spiegel.
Es könnte hilfreich sein, der Abmahnung der Rechtanwälte zu widersprechen oder sie anzuklagen.
Die betroffenen Nutzer des Streamingportals haben mittlerweile immerhin die Chance, das Langericht in Köln aufgrund der Auskunftsbeschüsse zu verklagen. Mit mehreren zehntausend Klagen wird das LG dann wahrscheinlich längere Zeit beschäftigt sein.

http://www.kanzlei-wrase.de/gegnerliste/abmahnung-u-c-rechtsanwaelte/

Dienstag, Mai 6th, 2014 Allgemein